Selbstfürsorge - Mit sich selbst anders umgehen

von Dennis Heydrich, 07.10.13

In unserer schnellen und hektischen Zeit kann man sich selbst schnell zwischen den vielfältigen Anforderungen von Beruf, Familie, Freunden, Internet und allgemeinem "Multitasking" verlieren. Man spürt sich vielleicht selbst gar nicht mehr richtig und fühlt sich erschöpft und ausgelaugt. Die inneren Ressourcen sind weitestgehend "am Limit". Das, was früher Freude bereitet hat, verliert seine Bedeutung oder wird zur Anstrengung und Belastung. Dies ist Ausdruck von einem allgemeinen Mangel an ausreichender "Selbstsorge". Die Bezeichnung Selbstsorge meint in diesem Zusammenhang nicht das sorgenvolle Beschäftigen mit sich selbst, sondern ein gutes Sorgetragen für einen gesunden und unterstützenden Umgang mit sich selbst, dem eigenen Körper und seinen Ressourcen. Das Wort Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde, wird aber selten auf die Beziehung zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen angewandt. Solange wir nicht lernen nachhaltig mit uns und unserem Körper umzugehen, wird uns das auch in einem größeren Zusammenhang nicht gelingen.


Wie gehe ich eigentlich mit mir um?

 
Diese Frage läutet einen Prozess des Bewusstmachens ein, der meist Erstaunliches zutage bringt. Oft behandeln wir andere besser als uns selbst. Geben anderen mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit als unserem eigenen Körper. Ein freundschaftlicherer Umgang mit dem, was der Körper braucht führt aus der allgemeinen Trance einer Gesellschaft, die ständig zunehmendem Tempo und Wachstum verpflichtet ist. Bei vielen Menschen muss es erst zu einem mittleren oder schwereren Crash kommen, um wirklich zur Ruhe zu kommen. Oft werden die ersten Signale ignoriert oder schlicht nicht wahrgenommen und so erzwingt das Leben schließlich eine Pause, die meist als Krise erlebt wird. Doch spätestens dadurch wird es möglich sich bewusstzumachen was es für die eigene Gesunderhaltung, oder besser Gesundheitsentwicklung (Salutogenese), braucht. Was nährt wirklich die eigene Widerstandskraft (Resilienz) gegenüber stressigen Zeiten und Belastungen und wie kann diesen Aspekten im eigenen Leben Raum und Zeit gegeben werden, damit sie langfristig tragen können?


Was brauchen Körper und Seele?

 
Innehalten, Verlangsamung und qualitativ hochwertige Entspannungsmomente lassen Raum um sich wieder zu spüren und zu fühlen, was eigentlich gut tut und was nicht. Gleichzeitig ermöglichen sie das Aufnehmen einer bewussten Bezogenheit zu sich selbst. Ein achtsames Hinhören was dem eigenen Körper gut tun würde nach einem langen Tag im Büro vor dem Computer. Haste ich danach weiter von Termin zu Termin oder nehme ich auch mal bewusst den Druck raus und schalte einen Gang nach unten? Muss ich mich abhetzen bis alles erledigt ist und die Entspannung beginnen kann oder kann ich vielleicht schon hier und jetzt dem inneren Antreiber eine Grenze setzen?


Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft


Jemand hat mal gesagt "Das größte Geschenk was wir uns machen können ist unsere ungeteilte Aufmerksamkeit". Wie wäre es wenn Sie sich selbst heute noch ein Geschenk machten? Um ein stimmiges Geschenk machen zu können brauche ich Achtsamkeit für das was benötigt wird oder willkommen ist. Was auch immer Sie finden, vielleicht eine Tasse Tee oder ein warmes Bad - schenken sie sich diese Aufmerksamkeit und finden Sie heraus was jetzt, in diesem Moment, ein stimmiges Geschenk an Sie selbst sein könnte.



Dennis Heydrich ist Heilpraktiker auf dem Gebiet Psychotherapie, Körperpsychotherapeut und Personal Coach. Seit 2006 begleitet er Menschen in einer eigenen Praxis für körperorientierte Psychotherapie und Coaching in Hannover (www.dennis-heydrich.de)

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